Zum Tod von Monica Lochner-Fischer

Am vergangenen Freitag ist Monica Lochner-Fischer gestorben, die von 1992 bis 2008 Landtagsabgeordnete der bayerischen SPD war, bis 2006 frauenpolitische Sprecherin der Fraktion und zudem Vorsitzendes der bayerischen AsF, der Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen. Ich bin ihr persönlich nur ein paar Mal begegnet, aber sie hat mich bei jeder dieser Begegnungen sehr beeindruckt. Denn es war ihr anzumerken, dass sie mit ganzem Herzen für die Sache der kleinen (und mittleren) Leute stritt - für Gerechtigkeit also, das ursozialdemokratische Anliegen.

Dabei ging es ihr auch immer um Gerechtigkeit für Frauen. Als Monica anfing Politik zu machen, eckte man bzw. frau mit diesem Thema noch viel stärker an als heute. Aber das schreckte sie nicht ab. Sie wusste, dass Gerechtigkeit keine romantische Idee ist, sondern vor allem von der Verteilung von Arbeit und Geld abhängt. Deshalb setzte sie sich dafür ein, dass Frauen auch mit Kindern berufstätig sein können (sie selbst war fast ein Jahrzehnt lang alleinerziehende berufstätige Mutter). Deshalb war sie Haushaltpolitikerin. Und deshalb kämpfte sie für den Erhalt der staatlichen Sozial- und Rentenversicherung, die für sie das einzig verlässliche System der Absicherung waren.

Monica Lochner-Fischer wurde nur 60 Jahre alt. Sie wird in der bayerischen SPD fehlen - sie fehlt schon, seit ihre Krebserkrankung so schlimm wurde, dass sie sich von ihren politischen Ämter zurückziehen musste. Sie wird ganz besonders uns Frauen fehlen.

Ich wünsche ihrer Familie viel Kraft in der Zeit der Trauer. Uns allen wünsche ich, dass wir so mutig und stringent denken und handeln wie Monica.

blog/zum_tod_von_monica_lochner-fischer.txt · Zuletzt geändert: 2012/08/07 21:15 von admin
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